Deutsch 12/13
Merkblatt: Zitieren 1. Zitate müssen grundsätzlich gekennzeichnet werden. 2. Das Zitieren kann wörtlich oder sinngemäß erfolgen. 2.1. Wörtliche Zitate - seien es einzelne Begriffe, Satzstücke, Sätze, kurze Abschnitte - werden durch Anführungszeichen und Quellennachweis gekennzeichnet, 2.2. sinngemäße Zitate durch Quellennachweis! 3. Sie müssen mit dem Originaltext exakt übereinstimmen und durch eine ausreichende Quellenangabe ausgewiesen sein (Seitenangabe bei Prosawerken, gegebenenfalls Versangabe); vgl. aber 7 und 8.1. 4. Quellenangaben werden nachgestellt und in Klammern geschrieben, alternativ: Fuß- oder Endnoten. ( Autor, Titel, Ausgabe können in der Klassenarbeit/Klausur als bekannt vor ausgesetzt werden, deshalb nur Seiten-, Zeilen- oder Versangabe) 5. Durch die Kürzung eines Zitats durch drei Punkte in Klammern (...) darf es zu keiner Sinnentstellung in der Aussage kommen. 6. Durch den Einbau eines Zitats in den laufenden Text darf es zu keinem Satzbaufehler oder einem Bruch der Gedankenführung kommen. 7. Zusätze zur Vermeidung von Missverständnissen oder unklaren Bezügen sind erlaubt, auch grammatikalische Anpassungen, s. 8.1. 8. Zitiertechnik 8.1. Das Zitat, sei es ein vollständiger Satz, der Teil eines Satzes oder ein einzelner Begriff, kann in den laufenden Text eingebaut werden, indem es thematisch und grammatikalisch in ihn „eingepasst“ wird (grammatikalische Veränderungen werden durch eckige Klammern gekennzeichnet). 8.2. Das Zitat wird in einer Klammer „neben“ den laufenden Text gestellt. 8.3. Verse werden beim Zitieren durch Schrägstriche gekennzeichnet, z.B.: „Ungeheuer ist viel und nichts / Ungeheuerer als der Mensch“ (Sophokles, Antigone, V. 332f.). 9. Funktionen des Zitats 9.1. Das Zitat als These 9.2. Das Zitat als Argument Ein Zitat ist niemals ausreichendes Argument für eine These. Alleine kann es keine These begründen, dies können nur die eigenständigen Aussagen - Ausführungen des Argumentierenden/Interpretierenden - selbst leisten. 9.3. Das Zitat als Beleg Faber kann seine Mitmenschen nicht ertragen und will sie nicht verstehen. In seiner Ich-Bezogenheit kann er sich weder auf sie einstellen noch ihnen emotionale Zuwendung geben. Sie gehen ihm, wie z. B. Herbert beim Start beim Start in New York, „auf die Nerven“ (S. 8), sind „eine Anstrengung“ für ihn, „auch Männer“ (S. 92). „Der einzigmögliche Zustand“ für ihn, für den richtigen Mann, ist das Auf-sich-selbst-gestellt-Sein („Ich will es nicht anders und schätze mich glücklich, allein zu wohnen, ... ich genieße es, allein zu erwachen“, S. 90/91). Deshalb ist ihm der Umgang mit menschlicher Gesellschaft ein Gräuel, richtig wohl fühlt er sich nur in engem Kontakt mit technischem Gerät, das er beherrscht, das funktioniert und ihm keine Gefühle abverlangt - wie z. B. sein „Wagen“ (S. 92). 10. Bedenkenswertes „Eine Katze, die einen Kanarienvogel gefressen hat, kann darum noch lange nicht singen.“ (Sprichwort) „Durch viele Zitate vermehrt man seinen Anspruch auf Gelehrsamkeit, vermindert aber den auf Originalität, und was ist Gelehrsamkeit ohne Originalität! Man sollte sie also nur gebrauchen, wo man fremder Autorität wirklich bedarf.“ (Schopenhauer) „Die jungen Autoren wissen nicht, dass der gute Ausdruck, der gute Gedanke sich nur unter seinesgleichen gut ausnimmt, dass ein vorzügliches Zitat ganze Seiten, ja ein ganzes Buch vernichten kann, indem es den Leser warnt und ihm zuzurufen scheint: gib acht, ich bin ein Edelstein und rings um mich ist Blei, bleiches schmähliches Blei.“ (Nietzsche)* * Zit. nach Ludwig Reimer, Stilkunst. S. 678 |